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Caridina Japonica

.. itet mit dem Phnomen der Hutung konfrontiert. Unweigerlich nimmt man zunchst an, man htte ein verstorbenes Tier vor Augen. Nach genauerer Inspektion lst sich dieser Schreck aber schnell in Erleichterung auf, da man feststellt, da es sich nur um die weiche, leere Chitinhlle handelt. Der ursprngliche, aus der Haut gefahrene Inhalt erstrahlt unterdessen an einem sicheren Ort im neuen Glanz und wartet auf die Aushrtung des noch weichen, neuen Exoskelettes. Da auch kleine Krebstiere einmal gro und stark werden wollen, ihre starre Hlle jedoch nicht mitwachsen will, mu diese in regelmigen Abstnden erneuert werden.

So beneidenswert eine solche Fhigkeit auch auf uns Menschen wirken mag, fr die Garnelen ist die Phase vor, whrend und nach der Hutung eine beraus kritische Zeit, in der hochkomplizierte Stoffwechselvorgnge ablaufen und sogar verlorengegangene Gliedmaen wieder regeneriert werden knnen. Schon einige Tage vor der Hutung wird die Nahrungsaufnahme eingestellt, da auch innere Organe miteinbezogen sind. Das wertvolle Calzium wird neben anderen, wichtigen Mineralstoffen aus der alten Hlle resorbiert und die Garnele beginnt, ihren Krper mit Wasser aufzupumpen, bis die alte Hlle an einer Sollbruchstelle aufplatzt. Nach dem Herauszwngen aus diesem Spalt wird die neue Hlle weiter mit Wasser aufgepumpt, so da es zu einer Volumenvergrerung von bis zu 25% kommen kann. In diesem Stadium sind Krebstiere ihren Feinden (und auch Artgenossen) schutzlos ausgeliefert, so da schnellstmglich das zuvor eingelagerte Calzium in die noch weiche, neue Hlle wieder eingebaut wird. Sind genaue Informationen zur Haltung von Swassergarnelen schon Mangelware, so ist man bei dem Versuch einer erfolgreichen Vermehrung nahezu gnzlich auf eigene Versuche angewiesen.

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Hierin liegt aber andererseits auch eine groe Herausforderung, da man beim Betreten dieses aquaristischen Neulandes interessante Erkenntnisse sammeln kann. Geselliges Beisammensein … Mchte man einmal einen solchen Versuch wagen, sollte man fr eine gute Ausgangsposition mglichst mit einer greren Gruppe von C. japonica beginnen und darauf achten, unterschiedlich groe Tiere zu erwerben. Bei den greren, etwas plumper wirkenden Tieren handelt es sich mit groer Wahrscheinlichkeit um Weibchen. Richtige Glckspilze knnen im Hndlerbecken auch bereits eiertragende, weibliche Tiere entdecken.

Da sich die wesentlichen Bettigungsfelder (nicht nur) der Garnelen ohnehin auf Futter fassen und ausgiebige Anstrengungen zur Arterhaltung erstrecken, wird man aber auch ohne solches Glck gehabt zu haben, bald die ersten Weibchen mit Eiern entdecken knnen. Dafr stehen schon die Garnelenmnner gerade, welche ihren Teil geradezu penetrant gewissenhaft beitragen.. Eine erfolgreiche Begattung erkennt man daran, da in den Gonaden ber dem Kaumagen die Eipakete angelegt werden. Nach der nchsten Hutung werden diese in einen Brutraum im Bereich der Schwimmfe abgelassen, ausgiebig vom Weibchen geputzt und mit Frischwasser befchelt. Die Tragzeit bei Caridina japonica betrgt etwa 14 Tage, dann werden die winzig kleinen Larven in das Wasser entlassen.

Ja, und nun wird es leider problematisch: Bislang ist es mir nicht gelungen, diese im Wasser freischwebenden Larven ber einen greren Zeitraum als etwa drei Tage am Leben zu erhalten. Es hat den Anschein, als gbe es bei dieser Caridina-Art Parallelen zur Gattung Atyopsis, deren Larven zwar ebenfalls im Swasser freigesetzt werden, dann aber mit der Strmung ins Salzwasser (Brackwasser) verdriftet werden, ihre weitere Entwicklung ber verschiedene Larvenstadien bis hin zur Junggarnele dort abschlieen, um dann wieder ins Swasser zurckzukehren. Auch bezglich des Futterangebotes fr die einzelnen Larvenstadien kann ich zur Zeit noch keine genauen Angaben machen. Eine spannende Aufgabe, deren Bewltigung ich auch erst seit kurzer Zeit in Angriff genommen habe. Da andere Caridina-Arten, wie z.B.

C. serrata, hier einen ganz anderen Weg der Bestandserhaltung eingeschlagen haben, das ist wieder eine andere Geschichte.. Caridina japonica, ein Zuchtbericht Die Aufzucht bietet interessante Einblicke in den Entwicklungszyklus solcher Swassergarnelen, deren Larven ihre Entwicklung (noch) im Brack- oder Meerwasser durchlaufen mssen und ist keinesfalls so aufwendig, da man sich von einem Versuch abhalten lassen sollte. Interesse, ein wenig Geduld und das Vorhandensein beider Geschlechter schaffen die ntigen Grundvoraussetzungen. Zum sicheren Ausmachen der Geschlechtsunterschiede (soweit nicht weibliche Tiere bereits Eier tragen) greife ich auf die verblffend einfache Beobachtung von Fumitoshi Mori in Aquaristik aktuell (7/8 98) zurck: Bei weiblichen C.

japonica ist die erste Punktreihe ber den Schwimmfen zu lnglichen Strichen ausgezogen. Nach einer Tragzeit von etwa 30 Tagen werden durchschnittlich 2000 Larven vom Weibchen nach und nach in das Swasser entlassen, der grte Teil hiervon in der Nacht. Diese treiben kopfunter als winzige Kommata im freien Wasser, reagieren positiv phototaktisch und lassen sich daher mit einer kleinen Lampe in eine Ecke des Aquariums locken und absaugen. Alternativ kann man das Weibchen auch rechtzeitig in einem kleinen Becken separieren. Die abgesaugten Larven habe ich dann ohne weitere Umgewhnung direkt in ein rechtzeitig vorbereitetes Brackwasserbecken (50x30x30) berfhrt.

Der Salzgehalt betrgt 17g/Liter, verwendet wurde handelsbliches Meersalz aus dem Aquaristikbedarf. Dieses Becken erhlt ausschlielich mildes Tageslicht, die Temperatur wird mittels Stabheizer auf 25 C eingeregelt. keinesfalls darf eine Belftung installiert werden, anfngliche Mierfolge hatten ihre Ursache darin, da die Larven in fortgeschrittenem Stadium Luft unter den Panzer bekamen, an der Oberflche trieben und sich von dieser nicht wieder lsen konnten. Eine aufgelegte Abdeckscheibe verhindert die Aufsalzung durch Verdunstung. Man sollte ein solches Aufzuchtbecken rechtzeitig vorbereiten, es stellen sich neben einem ppigen Bewuchs mit Kieselalgen auch andere Mikroorganismen ein, welche das Nahrungsangebot fr die Larven ergnzen. Als Aufzuchtfutter verwende ich geringe Mengen kurz aufgeschttelter Trockenhefe.

Diese bildet einerseits die Grundlage fr die Entwicklung von Bakterien und deren Konsumenten, wird andererseits aber auch direkt von den Larven aufgenommen. Grere Partikel sinken zu Boden, kleinste Partikel gehen fr lange Zeit in Suspension und stehen im freien Wasser zur Verfgung. Die Larven durchlaufen nun in einem weiteren Monat in ihrer Entwicklung insgesamt neun sogenannte Zoea-Stadien. Erst dann erfolgt die Metamorphose zum ersten juvenilen Stadium. Nun kann man auch mit bloem Auge die Schwimmfe ausmachen, und die Junggarnelen lassen von ihrer bis dahin planktonischen Lebensweise ab und weiden die Kieselalgen auf den Scheiben ab.

Zu diesem Zeitpunkt sind die Kleinen ber den Berg und haben eine Gre von etwa 5mm erreicht. Ich lasse die Junggarnelen im Brackwasser auf eine Gre von etwa 2cm heranwachsen, dann lassen sie sich erstaunlicherweise wieder ohne Anpassung direkt in das Swasser berfhren und ohne Probleme weiter aufziehen. Puhh :-), soweit ausnahmsweise im Telegramm-Stil die wichtigsten Informationen zu diesem Thema. Es wrde mich freuen, wenn Ihr trotzdem Lust bekommen habt, auf diese Weise resourcenschonend die Bestnde aufzustocken.. Lat Euch durch anfngliche Mierfolge nicht abschrecken, es berstehen auch bei weitem nicht alle Larven diese strapazise Prozedur.

Sitzen aber die ersten kleinen Amanos im Becken, ist der verhltnismig moderate Aufwand schnell vergessen.. Animal Science.

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